Kulturscheune Wessling

Wessling · 2021 · Kulturbau

Kulturscheune Wessling — sanierte Feldsteinscheune als Veranstaltungsraum

Konzept

Die Gemeinde Wessling besitzt seit den 1950er-Jahren eine Feldsteinscheune am Ortsrand, zuletzt genutzt als Lagerhalle für den Bauhof. Der Gemeinderat wollte daraus einen Veranstaltungsraum machen, ohne die Halle ihres rauen Charakters zu berauben.

Wir haben uns entschieden, so wenig wie möglich am historischen Bestand zu verändern und alles Neue klar als Einbau erkennbar zu lassen: ein freistehender Sichtbetonkubus im Inneren, der Bühne, Garderoben und Haustechnik aufnimmt, ohne die Feldsteinwände zu berühren.

Umsetzung

Der Dachstuhl war statisch noch intakt, musste aber ertüchtigt werden, um heutige Schneelasten und die neue Nutzung mit bis zu 180 Personen zu tragen — zusätzliche Stahlverbände wurden so gesetzt, dass sie von unten kaum auffallen.

Die alten, undichten Fensteröffnungen wurden mit schmalen, stromsparenden Isolierverglasungen geschlossen, die Fensterlaibungen aus Feldstein blieben unverändert sichtbar. Heizung und Lüftung laufen komplett im neuen Betonkubus, sodass keine Leitungen an den historischen Wänden entlangführen. Das Ergebnis: ein Saal, der nach Scheune riecht und aussieht — und trotzdem für eine Hochzeitsfeier im Januar warm genug ist.

„Wir wollten, dass man dem Haus ansieht, was neu ist und was hundertfünfzig Jahre alt — nicht, dass beides verschwimmt." — Paul Partner, Gründungspartner