Weingut Sonnenhalde
Konzept
Die Familie bewirtschaftet ihre Weinberge oberhalb von Meersburg seit vier Generationen, verkaufte den Wein aber bislang nur über den Großhandel. Mit dem Neubau wollten sie erstmals selbst Gäste empfangen — Vinothek, Fasskeller, ein kleines Gästehaus für Weinproben-Wochenenden.
Der Entwurf legt alle drei Nutzungen unter ein einziges, langes Dach, das dem Hang folgt und sich kaum vom Weinberg abhebt. Von der Straße aus sieht man vor allem Dachfläche und Rebstöcke; das eigentliche Gebäude taucht erst auf, wenn man den Hof betritt.
Umsetzung
Tragende Wände aus Stampflehm regulieren im Fasskeller Temperatur und Feuchte, ganz ohne Klimatechnik — ein Verfahren, das in der Region historisch verankert ist, aber selten in dieser Kombination mit modernem Ausbau verwendet wird.
Die Fassade darüber ist in drei Zonen gegliedert: Sichtbeton im Sockel, Stampflehm im mittleren Bereich, verkohltes Lärchenholz als Wetterschutz ganz oben — jede Schicht folgt der jeweiligen Belastung durch Feuchte und Witterung. Der Bodensee ist von der Terrasse aus nur als schmaler Streifen zwischen den Reben zu erahnen; das war eine bewusste Entscheidung der Eigentümer, die den Weinberg selbst als Aussicht wollten, nicht den See.
„Der Bau verschwindet im Weinberg — und taucht erst auf, wenn man eintritt." — Katharina Schmitt, Gründerin