Schulzentrum-Sanierung
Herausforderung
Das Schulzentrum aus den frühen 1970er-Jahren sollte saniert werden, während der Unterricht in den nicht betroffenen Flügeln ununterbrochen weiterlief — über drei Schuljahre verteilt. Gebäude aus dieser Bauzeit haben fast immer schadstoffbelastete Bauteile, deren Umfang vor Planungsbeginn nicht bekannt war. Die Brandschutzanforderungen an Rettungswege und Fluchttreppen lagen deutlich über dem Bestandsniveau, ließen sich aber nicht durch bloßes Verbreitern der Innenflure lösen, ohne Klassenzimmerfläche zu verlieren. Dazu kam der Anspruch der Kommune an eine energetische Sanierung der Fassade, ohne die tragende Bausubstanz anzutasten.
Lösung
Wir haben die Sanierung in vier Bauabschnitte gegliedert, jeweils in die Sommerferien der drei betroffenen Schuljahre gelegt und mit provisorischen, brandschutztechnisch wirksamen Trennwänden von den weiterhin genutzten Flügeln abgeschottet. Das Schadstoffkataster haben wir bereits in der Grundlagenermittlung erstellen lassen, um Überraschungen in der Ausführung zu vermeiden. Statt der Innenflure haben wir zwei neue Fluchttreppenhäuser außen angebaut — das hat sowohl das Brandschutzproblem gelöst als auch die vorhandene Klassenzimmerfläche vollständig erhalten. Die energetische Sanierung erfolgte als Aufdopplung der Bestandsfassade mit zusätzlicher Dämmebene, ohne Eingriff in die tragenden Außenwände.
Ergebnis
Der letzte Bauabschnitt wurde 2019 übergeben, alle neun Leistungsphasen am Bestand in unserer Verantwortung. Der gemessene Heizenergieverbrauch lag im ersten vollen Winter nach Abschluss rund ein Drittel unter dem Verbrauch vor der Sanierung. Der Schulbetrieb musste in keinem der vier Bauabschnitte außerhalb der Ferien unterbrochen werden.
Grundriss-Prinzip.
Schematische Darstellung, keine Ausführungsplanung. Raster A–F / 1–8 zur Orientierung, kein realer Vermessungsbezug. Gestrichelt = neu angebaute Bauteile.
Projektleitung: Felix Bauer · Bauphysik: Thomas Weck · Projektsteuerung: Carolin Arndt